Leben mit Asperger
 



Leben mit Asperger
  Startseite
    Die ersten Jahre
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 

Letztes Feedback
   4.09.13 15:40
    Hallo liebe Jessica, ga
   2.01.15 22:38
    YyCnch pbygquihkjso, [u


http://myblog.de/wahllos-asperger

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Jonas ist da!!

Jonas ist am 24.02.2002 geboren.

Er war eine Frühgeburt. Fünf Wochen.

Es sollte ein geplanter Kaiserschnitt stattfinden. Nicht weil ich eventuell die Schmerzen der Geburt nicht ertragen hätte, sondern weil es sicherer gewesen wäre aufgrund meiner Diabetes.

Am 15.03 sollte es also so weit sein.

Damit mich die Ärzte besser unter Kontrolle hatten, sollte ich schon ein paar Wochen früher ins Krankenhaus.

Jeden Tag wurde ich ans CTG angeschlossen. Die Herztöne waren normal.

Am Samstag den 23.02. kam dann meine Mutter zu Besuch. Sie hatte an diesem Tag Geburtstag und Abends sollte es dann noch in ein schönes Restaurant gehen. Leider ohne mich...

An diesem Abend wurde ich wieder ans CTG angeschlossen. In einem kleinen Raum lauschte ich den Tönen des Gerätes.

Das die Linie etwas mehr ausschlag als die Tage davor, kam mir etwas komisch vor.

Als die Schwester dann reinkam um nach mir und dem Ergebniss zu schauen, sah sie mich an und fragte:

"Ist alles in Ordnung mit ihnen?"

Ich antwortete: "Ja sicher."

"Haben sie ein Ziehen, im Bauch, Rücken oder in den Beinen?"

"Ja ein wenig, aber die andere Schwester meinte, dass wären Senkwehen. Warum, stimmt etwas nicht?"

"Ich hole den Arzt!"

Sprach sie und verschwand.

Ich schaute fassunglos auf das schmale Blatt Papier, was unaufhaltsam aus diesem Gerät herauskam.

Ich versuchte mir in Erinnerung zu rufen, was die eine Arzthelferin beim meinem ersten CTG gesagt hatte...

Ach herrje.... jetzt fiel es mir wieder ein!!!!

Ich bekam einen leichten Anflug von Panik.

Die untere Kurve, welche sonst ganz ruhig vor sich hin plätscherte, schlug aus und das nicht zu wenig.

Ich hatte Wehen. Keine Senkwehen, sondern ECHTE Wehen!

Bevor ich meinen Gedanken zu Ende denken konnte, ging die Tür erneut auf und der Arzt kam herein. Warf einen Blick aufs CTG und meinte dann nur noch:

"Gut, dann bekommen sie jetzt Wehenhemmer."

Schluck....

Wehenhemmer.... ok.... vielleicht wird es ihm da drin ja zu eng, oder zu langweilig. Was kann man im Krankenhaus schon großartig machen.....

Mein Mann sitzt gerade jetzt in einem Restaurant und lässt sich das griechische Essen schmecken. Zum Schluß sicherlich noch ein Ouzo. Und ich liege hier. Ich habe mir seinen Gesichtsausdruck vorgestellt, wenn der Kellner zu ihm an den Tisch kommt und sagt:

"das Krankenhaus ist dran, sie werden gerade Vater!"

Meine Mutter hätte sich sicherlich überschlagen und wäre noch mit der Serviette am Hals zum Krankenhaus gejoggt. Mein Mann hinter ihr her.

Was ein Bild........

Mein Blutdruck wurde gemessen und es gab grünes Licht. Also nix wie runter mit der kleinen Tablette.....

Mit dem Bild in meinem Kopf schlief ich dann ein....

 

Nächster Tag, der 24.02.2002

 

Alles war normal. Früh am Morgen besuchte mich mein Mann. Als ich ihm vom gestrigen Abend erzählte war er von meiner Vorstellung, wie er mit meiner Mutter um die Wette läuft, amüsiert.

Abends wurde nochmals mein Blutdruck gemessen.

Oha, dieser war viel zu hoch.

"So, sie müssen jetzt umziehen in ein anderes Krankenhaus! Wir haben hier keine Frühchenintensiv. Deshalb geht es ins 20 Kilometer entfernte Krankenhaus. Aber machen Sie sich keinen Stress. Sie haben Zeit genug zum packen!"

Meine Tasche war noch nicht auf meinem Bett, da ging die Tür auf und die Sanitäter standen schon da....

Soviel zum Thema Stress :-)

Ich also in den Krankenwagen und ab ging die Post bzw der Krankentransport!

Mein Mann fuhr in unserem Auto hinterher.

Auf der Seite liegend und kotzübel sah ich nur noch die Straßenlaternen an mir vorbeiziehen.

Endlich, das nächste Krankenhaus! Angekommen.

Mit Volldampf ging es Richtung OP.

Als ich vorbereitet wurde fragte mein Mann ganz verwundert die OP Schwester: "Wird denn jetzt gleich schon operiert?"

Während ich die Papiere unterschrieb sah ich im Augenwinkel seine Reaktion auf die Antwort der Schwester.

Hätte er in diesem Moment nicht soviel Adrenalin in seiner Blutbahn gehabt, ich glaube, er wäre umgekippt....

Gott sei Dank durfte er im OP dabei sein, und es dauerte gar nicht lang, da hörten wir den Arzt sagen:

"Jonas ist da!"

Kurz darauf sahen wir eine Schwester rauslaufen mit einem Bündel im Arm.

Was ist passiert.

Hey, ich will mein Kind sehen. Wenigstens kurz!!!!

Aber dazu kam es nicht. Jonas mußte ärztlich versorgt werden...

Eine knappe Stunde später, im Kreißsaal, sah ich das erste Bild von ihm. Er war sooo süß. So zerbrechlich.

Bis dahin ahnten wir nicht, was uns noch alles erwarten würde....

22.8.13 15:54


[erste Seite] [eine Seite zurück]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung